Bericht von der Sri Lanka Reise 2024


Für unsere diesjährige Reise gab es einen besonders schönen Anlass: Unser Kinderheim Childrens Corner konnte sein 20jähriges Bestehen feiern. Zu diesem Anlass gab es ein großes Fest, an dem auch die Vorsitzende unseres norwegischen Partnervereins, Bodil Vassli, zusammen mit mehreren Vereinsmitgliedern, teilnahm. Wie üblich folgte nach dem Entzünden der Öllampe ein buntes Programm aus Gesang und Tanz. Wir hatten auch ehemalige Mädchen aus unserem Heim eingeladen. Zehn dieser Mädchen waren, zum Teil schon mit einem eigenen Kind, unserer Einladung gefolgt und bereicherten das Program durch Tanz- und Gesangsvorführungen. Neben den Reden der Vereinsvorsitzenden aus Norwegen und Deutschland gab es eine beeindruckende Rede unseres Mitarbeiters aus Colombo, der die Mädchen eindringlich aufforderte, die ihnen angebotenen Bildungschancen zu nutzen. Eine wunderschöne Torte durfte natürlich nicht fehlen. Nach dem offiziellen Teil gab es in der nahe gelegene Wedding Hall ein gemeinsames Mittagsbuffet, das sowohl allen Gästen als auch „unseren“ Mädchen und den MitarbeiterInnen hervorragend gemundet hat.

Neu auf unserer Liste der zu fördernden Projekte steht eine Schule in der Nähe von Matara. Der Kontakt zu dieser Schule wurde durch die Ehefrau unseres Mitarbeiters aus dem Büro in Colombo hergestellt. Aufgrund der schlechten Ausstattung der Schule drohte dieser eine Schließung. Das hätte zur Folge gehabt, dass Kinder, deren Eltern nicht in der Lage gewesen wären, für den Transport zu den weit entfernt liegenden Schulen zu zahlen, ohne Schulbildung geblieben wären. Sehr emotional war der Empfang mit der Schulkapelle (die Musikinstrumente wurden von uns gesponsert). Wir erhielten eine Führung durch die gesamte Schule, deren Ausstattung uns sehr an Schulen in den 50er Jahren bei uns in Deutschland erinnerte. Natürlich gab es in der Schule auch ein sehr schmackhaftes Buffet. Wir aßen von Lotusblättern und selbstverständlich mit den Fingern. Neben den Musikinstrumenten bezahlen wir für die Kinder der 5. bis 13. Klasse (für die Klassen 1 bis 4 zahlt die Regierung) bis auf weiteres eine warme Mahlzeit am Tag, da viele der SchülerInnen sonst hungrig im Unterricht sitzen würden. Außerdem wurden mit unseren Spenden Schulmaterial für alle Klassenstufen, Rucksäcke, Schuhe für alle Kinder, ein Fotokopierer und ein Beamer angeschafft.
Wie alljährlich stand auch ein Besuch in Wahakotte auf unserem Programm. In diesem Heim, dem Mount Madonna Girls Home, das von Schwestern des Good Shepard Ordens geführt wird, leben zurzeit 28 Mädchen. Uns fiel sofort auf, dass die Schwestern viele Räume neu gestrichen und den Räumen dadurch ein freundlicheres Aussehen gegeben hatten. Auch machten die jetzt dort arbeitenden Schwestern einen sehr aufgeschlossenen Eindruck auf uns. Die getanzte „Vertreibung aus dem Paradies“ war eine rundum gelungene Vorstellung. Auch mehrere Videoclips verdeutlichten, dass hier ein engagiertes Team von Schwestern arbeitet. Mit besonderem Stolz erhielten wir eine Vorführung der im Karatekurs, den wir seit einiger Zeit finanzieren, gelernten Bewegungen und Handgriffe.
Selbstverständlich wurden auch ausführliche Gespräche mit unseren Mitarbeitern aus Colombo geführt. Hier ging es vor allem um die Nachfolge der ins Rentenalter gekommenen Mitarbeiter und die schwierige Suche nach geeigneten MitarbeiterInnen. Die Leitung eines Kinderheimes erfordert einen 24-Stunden-Einsatz bei einer 7-Tage-Woche. Für diese Aufgabe finden sich, auch in Sri Lanka, immer weniger Menschen, die diese Arbeitsbelastung tragen möchten.
Da wir in diesem Jahr keine persönlichen Geschenke für die Patenkinder mitnehmen konnten, haben wir – dank Ihrer Spenden – für das Mount Madonna Girls Home und das Childrens Corner jeweils Geld für einen gemeinsamen Tagesausflug übergeben. Die Mädchen haben bereits im letzten Jahr aufgrund Ihrer Spenden einen Ausflug gemacht und freuen sich auch dieses Mal auf diesen Tag, der einen Höhepunkt in ihrem sonst eher eintönigen Heimleben darstellt.
Nach sehr viel zielführenden Gesprächen und mit jeder Menge positiven Eindrücken von unseren Projekten nahmen wir nach unserer dreiwöchigen Rundreise Abschied von dieser sonnenverwöhnten Insel mit ihren stets fröhlichen Menschen, die trotz Armut Gelassen- und Zufriedenheit ausstrahlen.


Brigitte Stegmayer und Ulrike Hammecke

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